Die Radsportfreunde Duisdorf trauern um ihren langjährigen Trainer und sportlichen Leiter Alfred Mertens, der am 29. August 2026 im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Wobei die Beschreibung „Trainer und sportlicher Leiter“ seine Verdienste um unseren Verein nur unvollständig wiedergibt.

Alfred Mertens wurde 1974 vom damaligen Trainer Heinz Landsch als Vereinsmitglied geworben und war Vorstandsmitglied von 1978 bis 2007. Er war zwar selber nie aktiver Kunstradsportler, hat sich aber das Thema angeeignet und ab 1986 die Position des sportlichen Leiters übernommen. Mit den Trainerinnen und Trainern Britta Puschmann, Clemens Puschmann, Wilfried Schott und Hans-Werner Melder führte er den Trainingsbetrieb in unserem Verein durch und war in späteren Jahren bis 2011 und vertretungsweise darüber hinaus auch selbst als Trainer aktiv. Stets war es ihm ein großes Anliegen, junge Menschen für den Kunstradsport zu begeistern, sei es durch Veranstaltungen in Schulen, beim Derletalfest oder durch die Teilnahme an der Hardtberger Jugendwoche. Wichtig war ihm auch stets, dass der Verein ein niedrigschwelliges Angebot macht und kein Kind aus finanziellen Gründen vom Kunstradsport ausgeschlossen bleibt.
Alfred organisierte für die jungen Sportlerinnen und Sportler die Teilnahme an Wettbewerben in ganz NRW, war über jahrzehnte als Fahrdienst und als Trainer vor Ort mit unterwegs. Damit sich die jungen Sportlerinnen und Sportler bei den Auswärts-Wettkämpfen am Buffet auch etwas gönnen konnten, hatte er als Trainer auch immer für jede/n ein kleines „Startgeld“ dabei.



Außer der Tätigkeit an und auf der Fahrfläche hat Alfred über Jahrzehnte unsere Kunsträder gewartet, er hat Vorstandsämter übernommen und als Pressewart den Kontakt zur lokalen Presse gepflegt sowie bei Fachtagungen auf Bezirks- und Landesebene häufig unseren Verein vertreten.
Alfred hat für die Wertungen bei den Vereinsmeisterschaften gesorgt, wenn kein anderer Kommissär verfügbar war, hat unsere Weihnachtsfeiern moderiert und darauf geachtet, dass neben Geschenken nicht nur Süßes sondern auch Vitamine in der Nikolaustüte waren.





Anlässlich seines 75. Geburtstags wurde Alfred Mertens 2013 vom Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, mit dem Ehrenpreis Bonner Sport für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Zahlreiche Kinder hat Alfred für den Kunstradsport gewonnen und die am Leistungssport interessierten entsprechend gefördert. Dabei hatte er auch die Weitsicht, ambitionierten Sportlern, die der Verein mit seinen damaligen Möglichkeiten nur unzureichend fördern konnte, Trainingsmöglichkeiten außerhalb unseres Vereins zu vermitteln. Es gab auch Zeiten, in denen die Aufrechterhaltung des Sportbetriebs nicht einfach war. Alfred hat wesentlichen Anteil daran, dass dennoch immer wieder junge Sportler und Sportlerinnen für den Kunstradsport begeistert werden, sportlich ausgebildet und betreut werden konnten.

In unserer Festschrift zum 75-jährigen Vereinsjubiläum hat Alfred 2011 am Ende seines Berichts als sportlicher Leiter geschrieben: „Leider konnten keine nationalen Titel für den Verein wegen der kunstradsportlichen Übermacht aus Süddeutschland erreicht werden.“ Er hat aber die Weichen dafür gestellt, dass dieser Satz heute nicht mehr stimmt. An den sportlichen Erfolgen von Henny Kirst und Antonia Bärk hat Alfred großen Anteil, hat beide in unserem Verein nicht nur zusammen mit Hans-Werner Melder seit 2007 trainiert, sondern auch nach Beendigung seiner Trainertätigkeit weiter unterstützt und sich mit ihnen über die Erfolge bei German Masters- und Weltcup-Turnieren gefreut.


Dass „seine Sportlerinnen“ 2024 und 2025 sowohl Deutsche Meisterinnen als auch Weltmeisterinnen wurden, war ihm eine sehr, sehr große Freude und auch eine Art von Belohnung für fast 50 Jahre ehrenamtlichen Engagements in unserem Verein.
Die Radsportfreunde Duisdorf verdanken Alfred Mertens und seinem vielfältigen Engagement so viel. Wir sind ihm sehr dankbar dafür und werden ihn als ganz wichtigen Träger unseres Vereins in Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

